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Willigis Jäger beschreibt die 7 Schritte der Kontemplation:

  1. Suche Dir einen Ort, an dem Du nicht gestört wirst
  2. Schließe die Augen und entspanne Dich
  3. Töne innerlich das Wort Jesus, Frieden oder Deinen Namen
  4. Lade das Wort auf mit Hingabe und Liebe zu Gott
  5. Kehre immer wieder zu diesem Wort zurück
  6. Wiederhole diese Gebetsübung regelmäßig
  7. Folge diesem Gebet auch manchmal mitten im Alltag

Das kontemplative Gebet kennt keinen standardisierten Rahmen; es kann alleine oder mit anderen Mitbetern geschehen, zuhause an einem stillen Ort, beim Kochen, in der Pause während der Arbeit, im Bus oder bei einem Spaziergang durch den Wald. Es sind grundsätzlich keine Voraussetzungen oder spezielle Ausrüstung erforderlich und jeder - ob alt oder jung - kann in dieser Form beten. Für die Kontemplation zuhause oder in Gemeinschaft sollte ein ruhiger Raum gewählt werden, der ggf. etwas abgedunkelt werden kann. Der folgende Ablauf hat sich bewährt:

  • Wahrnehmungs- und Lockerungsübungen, um "anzukommen" und die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper und Geist zu lenken. Die Form und Art ist individuell - z. B. Dehnung, An-/Entspannung. In dieser Zeit (ca. 5-10 Minuten) wird die Durchblutung und der Stoffwechsel stimuliert und der Körper für die folgende Meditation vorbereitet.
  • Einleitung: gemeinsames Kreuzzeichen & Vaterunser
  • Ggf. Impuls durch Psalm o.Ä.
  • 1. Einheit (ca. 20 - 30 Min.): persönliches Gebet // Rezitation in Stille, gleichmäßige Atmung, bewußte & wache Körperhaltung (vgl. Zazen)
  • Langsamer, stiller und bewußter Gang im Kreis (vgl. Kinhin)
  • 2. Einheit (ca. 20 - 30 Min.): persönliches Gebet // Rezitation in Stille, gleichmäßige Atmung, bewußte & wache Körperhaltung (vgl. Zazen)
  • Ausleitung: gemeinsames Ehre sei dem Vater & Kreuzzeichen  

Verschiedene Gebetshaltungen sind während der einzelnen Gebetseinheiten möglich, z. B. auf einem Meditationshocker oder -kissen, im halben oder ganzen Lotussitz, auf einem Stuhl mit stabiler und gerader Rückenlehne). Hilfsmittel sind z. B. im Internet (siehe Links) oder in entsprechenden Fachgeschäften erhältlich. Ein Gebet im Liegen ist möglich, aber die "Gefahr" des Einschlafens recht groß.

Als Unterlage empfiehlt sich eine dicke (Filz-) Decke und/oder Iso-/Yogamatte. Lockere, warme (dicke Socken!) und bequeme/weite Kleidung hilft bei der Entspannung, ein Taschentuch in Griffweite ist praktisch. Um nicht aufzuschrecken, werden einzelne Meditations-/ Gebetschritte durch leisen Gong angekündigt.

Eine Hilfe zur Konzentration bzw. zum "Wachbleiben" ist z. B. ein sogenannter Komboskini bzw. Tschotki, ein einfacher Rosenkranz oder kleiner Fingerrosenkranz, der bei jedem Ein-/Ausatmen oder Rezitation durch die Finger gleiten kann.

Ein Komboskini (griech.), auch Tschotki (russ.) genannt, ist eine geschlossene Gebetsschnur, mit der in der orthodoxen Tradition häufig das Jesusgebet gebetet wird. Ein Komboskini hat 25, 30, 33, 100 oder 500 Knoten. Die geschlossene Schnur steht als Zeichen für das nie endende monastische Gebet. Sie wird verwendet, nicht um die Gebete zu zählen, sondern als Hilfe zur Konzentration und für einen gleichmäßigen Rhythmus.

In der orthodoxen Kirche erhalten die Mönche und Nonnen eine solche Gebetskette zur Profess.